8. Jungschartag 2008

Rodeo und Kuhmelken, bis der Bauchredner kommt
Von Lena Heinemann

Heilbronn - - Eine Luke führt in das düstere Schlosszimmer. Schräge Musik und klebrige Spinnweben machen die Dunkelheit unbehaglich. Vorbei an Fledermäusen und dem flatternden Gespenst lockt der Weg in einen Hinterhalt. Von hinten drängt eine furchteinflößende Gestalt vom richtigen Gang ab. Schnell weg durch den Rauch, bis endlich Licht zu sehen ist – geschafft.

Das vier Wochen lang gestaltete Gruselzimmer ist nur eine der Attraktionen des achten Horkheimer Jungschartages. Wer aber denkt, dass die vielen Schreie von verängstigten Kindern kommen, der irrt. Beim Lautschrei-Wettbewerb darf jeder seine Dezibel messen. Ruhiger geht es dagegen im Backhaus zu, wo Teig ausgerollt und Plätzchen gebacken werden.

"Die Kinder dürfen das machen, was ihnen Spaß macht." erzählt Thomas Back, einer der drei Organisatoren des jährlichen Kinderfests. Zusammen mit Andreas Hasenfratz und Sebastian Nestler plant er schon seit Februar das Fest im und ums Gemeindehaus. Etwa 85 ehrenamtliche Mitarbeiter, meist unter 20 Jahren, sind am Sonntag vor Ort und an den gelben T-Shirts zu erkennen.

Schon zu Beginn sind über 100 Kinder da, erwartet werden mehr als 300. "Jeder, der will, wird fotografiert", meint Cathrin (16), die schon zum dritten Mal mithilft. Und am Ende soll eine lange Reihe von Fotos den Parkplatz zieren, den die Stadt zur Verfügung gestellt hat.

Olympia Beim Kuhmelken ist Eva (10) mit 200 Millilitern ganz schön erfolgreich. Weiter geht es mit Seilhüpfen. Dann hat sie die fünf Olympia-Stationen geschafft und darf sich auf eine Medaille freuen. Denis (8) hält sich derweil beim Rodeo mutig auf der wilden Stier-Attrappe.

Beim "heißen Draht" ein ruhiges Händchen zu bewahren oder sich in der Hüpfburg auszutoben, verkürzt die Zeit bis zum sehnsüchtig erwarteten Auftritt von Bauchredner Addy Axxon. Für die Helfer ist der Tag noch lang. "Wir werden bis spät in die Nacht abbauen " so Thomas Back, "aber hier geht es ja um Teamarbeit und Vertrauen." maz