7. Jungschartag 2007
Einladung ins Meeres-Zimmer
Gestern Abend haben sie die letzten Einzelheiten besprochen. Was die jungen Leute in Horkheim für den kommenden Sonntag vorbereiten, heißt zwar immer noch "Jungschartag", ist im Lauf der Jahre aber zu einem großen Kinderfest gewachsen, das Sechs- bis 13-Jährige aus dem gesamten Heilbronner Stadtgebiet anzieht. Bevor es rund ums evangelische Gemeindehaus Horkheim wieder rund geht, unterhielt sich Franziska Feinäugle mit Organisator Thomas Back (20) über kiloweise Sand und über das Kindsein in Horkheim.
Ein Strand mit echtem Sand liegt schon im evangelischen Gemeindehaus. Wie ist er dorthin gekommen?
Thomas Back: Der Sand ist aus dem Horkheimer Steinbruch, es sind ungefähr 200 Kilo. Wir hatten drei Autos dabei und haben zu viert eine Dreiviertelstunde lang geschuftet, Sand eingeladen, ausgeladen, die Eimer an der Hausmeisterin vorbei ins Gemeindehaus getragen und den Raum mit Sand gefüllt.
Was motiviert Sie, sich so viel Arbeit zu machen?
"Unter Wasser": Den Billardraum haben die Jungschartag-Organisatoren mit ganz unromantischen Müllsäcken für den Sonntag verblüffend verwandelt.
Back: Es macht Spaß, die lachenden Kinder zu sehen. Wir - 70 Jugendmitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde, alle unter 21 Jahre alt - haben uns das Ziel gesetzt, den Kindern aus Heilbronn und den Stadtteilen ein tolles Fest zu bieten. Ein Fest, das für die Kinder kostenlos ist und bei dem sie viel erleben können. Immer drei bis vier Mitarbeiter haben sich gemeinsam eine Station überlegt. Am Sonntag finden die Kinder rund ums evangelische Gemeindehaus 21 Stationen, von der Hüpfburg über Kreativstationen bis hin zu einem Zimmer, das aussieht wie unter dem Meer.
Ein Zimmer unter dem Meer?
Back: Normalerweise ist es unser Billardraum. Um Unter-Wasser-Stimmung zu erzeugen, haben wir 500 Müllsäcke aufgehängt und alles mit Fischen verziert. Im Hintergrund wird Wassermusik laufen, Wal-Geräusche kommen von einer CD, und die Kinder müssen einen Schatz suchen und werden dabei vielleicht ein bisschen nass…
Wie erfahren die Kinder vom Fest?
Back: Wir haben 10 000 Flugblätter hergestellt und machen Werbung an allen Grundschulen in Heilbronn. Außerdem landet in jedem Briefkasten in Horkheim eine Einladung. Wir hoffen auf 350 Kinder. Letztes Jahr waren 250 Kinder da.
Wie ist es, in Horkheim Kind oder Jugendlicher zu sein?
Back: Ich fand's klasse. Ich war beim Handball, und auch die
Kirche macht viel für junge Menschen. Und wenn's als Kind tatsächlich mal langweilig geworden ist, ist man in die Stadt gegangen, ein bisschen durch die Spielzeugläden bummeln.
Alle Kinder sind am Sonntag, 16. September, von 14 bis 18 Uhr
beim Jungschartag rund ums evangelische Gemeindehaus Horkheim willkommen. Für die jungen Organisatoren, die das Fest seit Dezember vorbereiten, wird es übrigens ein deutlich längerer Tag.
Thomas Back: "Wir bauen ab morgens um 6 Uhr auf und machen nachts um 3 Uhr das Licht aus."